Das Wahlalter im Vergleich

Mädchen springen in die Luft. Foto: Photo by NeONBRAND on Unsplash.com.
Mädchen springen in die Luft. Foto: Photo by NeONBRAND on Unsplash.com.

Das Wahlalter - Bundesweit

Das Wahlalter in Deutschland liegt bei der Bundestags- und Europaparlamentswahl bei 18 Jahren, bei der Landtagswahl (bzw. Bürgerschaftswahl) ist es in Brandenburg, Schleswig-Holstein und Bremen jedoch auch schon 16 Jährigen erlaubt ihr Kreuz zu setzen. Kurioserweise gab es in Hessen 1998 kurzzeitig das Wahlrecht ab 16. Die Änderung wurde 1999 durch die Regierung unter Roland Koch jedoch wieder rückgängig gemacht.

Kommunalwahlen ab 16 werden in Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt durchgeführt. Ebenso in Hamburg, Berlin und Bremen: wo diese Stadtbürgerschaftswahl oder Bezirksverordnetenversammlungswahl heißt.

Erstwählerkampagne am Beispiel Brandenburg:

In Brandenburg können seit 2011 für 16 Jährige erlaubt an Kommunal- und Landtagswahlen teilznehmen. Der Stand im Juni 2014 lag bei 2,1 Millionen Wahlberechtigten, davon circa 37.500 Erstwähler in der Altersklasse 16-18.

Für die Landtagswahl am 14. September 2014 wurden diese mittels mehrerer Medienoffensiven und mobilen Kampagnen über die Koordinationsstelle „Tolerantes Brandenburg“ mobilisiert.
 
Zur Kampagnen-Homepage: Mach's ab 16! Dazu zählte ebenfalls die Plakatkampagne „Wählen gehen“ für die 15.000 Plakate und 15.000 Postkarten gedruckt wurden und bei der 35 Kooperationspartner sich beteiligten. Auf den Plakaten sind junge Erstwählerinnen und Erstwähler gemeinsam mit erfahrenen Wähler*innen zu sehen, beispielsweise von der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, der Landesjugendfeuerwehr oder vom Fußball-Landesverband.

Ebenso wurde eine landesweite „Wahlwecker-Tour“ durchgeführt. Diese startete am 30. August und dauerte 16 Tage. Sieben Jugendliche reisten dabei als Wahlwecker-Team durch das Land und sprachen auf Stadtfesten, vor Schulklassen oder vor Jugendtreffs und informierten und aktivierten die Erstwählerinnen und Erstwähler. Die Botschaft: Ein Leben in Demokratie ist wertvoll, Mitmachen lohnt sich. Das Team war medial gut vernetzt und berichtete live in einem „Wahlwecker-Tour“-Internet-Blog und bei Facebook.

Auch wurden Informationen über den Youtube Channel „PoliWhat!“ für die Erstwähler*innen vermittelt, dieser Channel wird im Rahmen des Projekts „Mitwirkung mit Wirkung“ des Landesjugendrings Brandenburg und anderen Partnern betrieben.

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Das Wahlalter - Weltweit

Globus. Foto: Photo by Adolfo Félix on Unsplash.com.
Globus. Foto: Photo by Adolfo Félix on Unsplash.com.

Weltweit liegt das Wahlalter meistens bei 18 oder sogar 20 Jahren. In einigen Staaten ist es jedoch schon 16-Jährigen erlaubt an der Wahl teilzunehmen, dazu zählen mit Brasilien, Ecuador, Nicaragua, Argentinien und Kuba ausschließlich lateinamerikanische Staaten. In den Seychellen, Osttimor und dem Sudan ist eine Stimmabgabe ab 17 Jahren möglich. Ebenso kann in Nordkorea ab 17 und im Iran sogar schon mit 15 „gewählt“ werden

In einigen Ländern darf nur zu bestimmten Konditionen früher gewählt werden, dies ist zum Beispiel in Serbien und Montenegro für Arbeitnehmer ab 16 der Fall und in Indonesien für Verheiratete egal welchen Alters.

Das bekannteste Beispiel ist jedoch das unseres Nachbarn Österreich, wo 2007 als erstes Land in Europa beschlossen wurde, dass 16-Jährige an der Europa-, Bundes-, Landes- und Kommunalwahl teilnehmen dürfen. In einer Studie der SWS-Rundschau 2009 „Wählen mit16 – Jugendliche und Politik in Österreich“ machten die Österreicher damit vornehmlich positive Erfahrungen. So brachten die österreichischen Jugendlichen politischen Themen ein grundsätzlich großes Interesse entgegen. Jedoch stellte die Untersuchung eine große Diskrepanz bei Interesse und Wissen zwischen den 16-18-jährigen Schülerinnen und Schülern und den gleichaltrigen Erwerbstätigen fest. Letztere schnitten deutlich schlechter ab. Hierfür wird die große Bedeutung der Schule als Bildungsinstanz hinzugezogen und unterstrichen, dass eine ebenso vertrauenserweckende Instanz der Politischen Bildung für erwerbstätige Jugendliche geschaffen werden muss. Die Begriffswelt der 16- bis 18-Jährigen ist im politischen Bereich deutlich auf den medial dominierenden politischen Wettbewerb und politische Institutionen fokussiert und sie schätzen ihr eigenes Wissen über die Zusammenhänge realistisch eher unterdurchschnittlich ein.

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